Ballade von Peter Unverdorben

Schiltenhilm in Neunburg vorm Wald

Do zû mitter fasten es beschach
daß Peter Unverdorben gefangen lach
ze Nüwenburg in dem turne,
er lag gefangen umb sinen lib:
„hilf, Marie mûter ! es ist zit,
du macht mir wol gehelfen.

Der turn der haißet Schütt den helm,
er wil mich bringen umb min leben,
es möcht wol got erbarmen;
lieber sant Lienhart, hilf mir uß !
ich wil dir buwen ain isne hus,
das kost recht was es welle.

Lieber sant Peter, hilf mir dar
gen Rom, gen Ach, wenn uf die vart
zû unser lieben frowen !
sant Catherin die singt uns ain tagewis,
ich hon ir gedienet mit ganzem fliß
in minen vil großen nöten.

Got grueß tich, frow die herzogin !
bittet ir min herren und och sin kind
daß er mir frist min leben !
und och das ander hofgesind
und alles das in dem hofe si,
das mag mir wol gehelfen.“

Und do er für die herrschaft trat
und wolt ir hören wie er sprach
uß sinem vil roten munde?
„got gesegen dich löb, got gesegne dich gras,
got gesegne alles das da was !
ich muß mich von hinnen schaiden.

Lieber engel, gang mir bi
biß sel und lib bi einander si !
daß mir min herz nit breche ;
got gesegen dich, sunn, got gesegne dich, mon !
got gesegen dich, schönes lieb, wa ich dich hon!
ich muß mich von dir schaiden.“

Der uns diß liede nüwe sang
Peter Unverdorben ist er genannt,
er sangs uß friem mûte,
er singt uns das und kaines me,
und sölt er leben er sunges me,
also schied er von hinnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.